Freitag, 22. Oktober 2010

Ein idealtypischer Tag in Quito mit extrem negativer Tendenz

Es ist sieben Uhr morgens, der Wecker klingelt. Zu früh, weil ich aus unerfindlichen Gründen mal wieder zu spät ins Bett gekommen bin. Aber leider muss eine Magisterarbeit irgendwann fertig werden und deshalb gibt es kein Erbarmen. Ich finde meinen Weg in die Küche und bin froh, dass der Hund meiner Mitbewohnerin noch genauso verpennt ist wie ich und mich deshalb in Ruhe lässt. Zum Frühstück gibt es Rühreier und Toast. Eigentlich war ich nie der große Fan von Rühreiern, aber beim Frühstück bin ich Europäer und das ist die Variante, die am nächsten an meine heimatlichen Frühstücksgewohnheiten herankommt.

Nachdem ich alle drei Türen abgeschlossen habe, mache ich mich zwischen halb acht und acht auf den Weg zur Uni. Ich grüße den Wärter meiner „Gated Community“ und frage mich mal wieder, warum ich nicht auf der Universidad de las Américas studiere, die genau gegenüber meiner Wohnanlage ist.

Zehn Minuten bergauf und zwei lebensgefährliche Straßenüberquerungen später sitze ich allerdings bereits schon in einem der minütlichen Busse Richtung Cumbaya. Die 25 Cent teure Busfahrt bezahle ich mit einem ein Dollar-Schein und freue mich, dass mir der „Schaffner“ das Wechselgeld in Fünf-Cent-Münzen zurückgibt und sich meine Hose dadurch anfühlt, als würde ich Steine sammeln und von alleine in Baggy-Modus rutscht.

In der Universität angekommen, checke ich kurz meine Emails. Um halb neun stehe ich auf dem Fußballplatz. Mal wieder als einer der Ersten, da bin ich Deutscher. Und auch beim Spielen rege ich mich dann doch das eine oder andere Mal über die Ecuadorianer auf, die das Spiel fauler, egoistischer, aber vor allem mit komplettem Verzicht auf defensive Disziplin definieren.


Direkt im Anschluss habe ich mein Seminar „Temas de América Latina“. Eigentlich besuche ich die Klasse nur, um zu sehen, wie hier lateinamerikanische Politik unterrichtet und diskutiert wird. Aber da habe ich die Rechnung ohne meine große Klappe gemacht. Spätestens nach dem dritten sehr kritischen Kommentar über Kuba oder die Neue Linke bricht der Vorgartensozialist in mir durch und ich vergesse, dass mein Spanisch eigentlich nicht zu fundierten Diskussionen ausreicht. Die Klasse geht nur eine Stunde und so bleibt zwischen elf und zwölf noch etwas Zeit, um weitere alltägliche Erledigungen im Internet zu machen und tatsächlich etwas für die Magisterarbeit zu tun. Um zwölf treffe ich mich mit Muni und Daniel zum Mittagessen. Tatsächlich habe ich mich nach sechs Wochen an den vielen Reis gewöhnt und so genieße ich die Suppe, das Stückchen Fleisch mit trockenem Reis und etwas Gemüse. Da mir die Bank erneut hauptsächlich Zwanzig-Dollar-Noten gegeben hat, kommt es wie häufig zum Drama des Geldwechsels. Nachdem mich die Kassiererin angeschaut hat, als ob ich sie überfallen wollte, wird schnell ein Laufbursche zum nächsten Laden geschickt, um die ungeheuerliche Summe Geld zu wechseln.
Um drei habe ich ein Interview mit einem Mitarbeiter der Banco del Sur. Also setze ich mich in den grünen Bus zurück nach Quito und quetsche mich in der Endhaltestelle in den „Schnellbus“ Ecovia. Da außer mir mindestens zehn Personen zu viel auf die Idee gekommen sind, ist es mal wieder ein besonderes Erlebnis der Nähe zur ecuadorianischen Bevölkerung. Also eigentlich genau der Grund, wieso ich hier bin. Nur im Ecovia stellt sich komischerweise keine Zufriedenheit darüber ein.
Dank google-maps finde ich die Banco del Sur schnell, im Bankinneren beginnt allerdings die große Verwirrung. Nach drei Fragen, wo ich hin muss, die drei unterschiedliche Antworten zru Folge haben, komme ich mit etwas Verspätung im Büro meines Gesprächspartners an. Allerdings ist die Verspätung kein Problem, denn der Experte ist noch gar nicht da. Fünf Minuten später betritt er sein Büro und bittet vielmals um Entschuldigung. Eineinhalb Stunden später verlasse ich sein Büro etwas schlauer und begebe mich zu meiner nächsten Verabredung im historischen Zentrum Quitos.


Inmitten der wunderschönen kolonialen Kathedralen und Regierungsgebäude treffe ich mich mit Jorge Luis. Wir gehen auf den Schwarzmarkt, um mir ein „neues“ Handy zu besorgen. Wie ein echter Ecuadorianer brauche ich ein zweites Handy, da die beiden größten Handynetze unterschiedliche Netzabdeckungen haben und das telefonieren von einem Anbieter zum nächsten unverschämt teuer ist. Nach vielmaligem Fragen nach dem günstigsten Handy und einigen Flirtversuchen der korpulenten Verkäuferinnen, bin ich stolzer Besitzer eines 25 Dollar-Nokia-Handys, dessen zweifelhafte Herkunft allein durch die Tatsache, dass die SMS noch eine Signatur der Vorbesitzerin gespeichert haben, deutlich wird.

Im Anschluss machen Jorge Luis und ich uns auf zur „La Ronda“, einer beliebten kolonialen Barstraße, in der es vor allem Canelazo, einen Zimt-Saft-Schnaps-Punsch, gibt.
Dabei passieren wir zahlreiche Hauswände mit hoch-intellektuell formulierter Kritik am Präsidenten in Graffiti-Form(„Fick die Schlampe Correa“, „Ecuador ist nicht Kuba“, „Correa ist schwul“), aber in der Mehrzahl unterstützende Graffiti, , da das Stadtzentrum und der anschließende Süden Quitos eine Hochburg des linken Präsidenten sind ( auf dem Foto die Anschuldigung, dass der vermeintliche Putsch vom Ex-Präsidenten Lucio Guttierez ausgegangen sei, dem für alle Fehlentwicklungen die Schuld gegeben wird).

Nach einigen Canelazos und einer Empanada fahre ich um sieben mit dem Ecovia Richtung Vergnügungsviertel Mariscal, wo ich mich mit einigen Freunden zur Abschiedsfeier meiner israelischen Freundin, Enbar, treffe. Unter der Woche ist das Viertel nicht so voll, aber trinken lässt sich auch, wenn nichts los ist. Nachdem sich die Bars um halb zwei dann wirklich ziemlich geleert haben, ist es Zeit einen letzten Snack von einem Straßenstand zu besorgen. Die ecuadorianischen Freunde von der Uni raten uns von diesem Genuss zu später Stunde natürlich ab. Die ecuadorianische Oberschicht hat wesentlich mehr Angst vor ihrer eigenen Bevölkerung und den kulinarischen Erzeugnissen, die sie so hervorbringt, als wir Ausländer. Skurril und traurig zugleich, da das nicht nur die Spaltung der Gesellschaft fundamentiert, sondern ihnen auch einiges an Erfahrungen entgeht. Nach kurzer Verhandlung mit dem Taxifahrer, klappert er unsere Häuser ab und ich betrete meine wie üblich nachts nicht abgeschlossene „geschlossene Wohnanlage“.
Im Bett denke ich nochmal über den Tag nach und habe das dramatische Gefühl etwas Wichtiges vergessen zu haben. Und dann komme ich drauf, meine Magisterarbeit hat mal wieder zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Aber morgen ist ja ein neuer Tag.

Glücklicherweise schaut nicht jeder Tag so aus und so bleibt genügend Zeit meine Magisterarbeit zu schreiben. Auch die kleinen Alltagsärgernisse häufen sich natürlich nicht so. Ich habe weiterhin eine traumhaft gute Zeit hier, aber es ist auch schön ab und zu daran erinnert zu werden, was man an der Heimat hat.

Entonces hasta la próxima!

Freitag, 15. Oktober 2010

Man soll den Alltag nicht vor dem Abend loben...


Gerade möchte ich schreiben, dass so langsam Alltag in mein Leben eingezogen ist, schon schwimme ich in meiner besten Jeans mit einem ehemaligen FARC-Guerilla in einem Wasserfall, den vor mir noch kein Ausländer zu sehen bekommen hat, während meine Kamera in einem Kondom am Ufer liegt. Aber der Reihe nach!

Alltag im Ausnahmezustand

Tatsächlich hat sich in den letzten beiden Wochen etwas Alltag in meinem Leben breit gemacht. Die politische Lage ist momentan stabil, es wird weiter über das Gesetz, aber vor allem darüber diskutiert, wie genau der Chaos-Tag abgelaufen ist. Es gibt nicht wenige Leute, die glauben, dass Correa die Entführung bewusst inszeniert habe, um seine Popularität zurückzugewinnen. 
Spannend ist, dass sich Smalltalk etwas verändert hat, egal ob Taxifahrer oder Freunde, letzte Woche begann jedes Gespräch mit der Frage, wie man den Chaos-Donnerstag erlebt habe. Etwas skurril war es aber schon, dass wir Freitagabend ganz normal im Kino saßen, als ob nichts passiert wäre.

Am Samstag war ich bei der Geburtstagsfeier von Jorge Luis. Manchmal ist es echt seltsam, welche Blüten das Leben so treibt. So wie es momentan aussieht, werden er und die amerikanische Austauschstudentin im Dezember heiraten. Schon komisch, dass das alles nicht passiert wäre, wenn ich ihn nicht auf der Straße getroffen, meine singapurischen Freunde mit in den Süden genommen und diese nicht Nichole gefragt hätten, ob sie am Abend nachkommen möchte. La vida es una tombola!

An Jorge Luis Geburtstag spielten wir zunächst Fußball gegen einige Jungs aus dem Barrio. In unserem Team das Geburtstagskind, ein Freund, zwei Amis und ich. Die Jungs waren sich so sicher zu gewinnen, dass sie um einen Dollar pro Kopf spielen wollten. Nachdem wir 2:0 in Führung gegangen waren, wechselten sie nach und nach die besseren Spieler ein und gingen mit teilweise sehr grenzwertigen Toren 3:2 in Führung. Damit fehlte nur noch ein Tor zum Sieg. Doch wir mobilisierten noch einmal die letzten Gringo-Kräfte und erzielten den Ausgleich. Unser Siegtor kurz darauf wollten sie dann allerdings nich anerkennen. Nachdem wir ihnen mitgeteilt hatten, dass wir die Wettschulden nicht eintreiben wollen, war das Tor dann auf einen Schlag schön herausgespielt und alle zufrieden. Echter Sportsgeist also. Aber nachdem ich diese Woche erfahren habe, dass die allgemeine Begeisterung für die ecuadorianische Variante des Volleyballs, bei dem ein Fußball, drei gegen drei über ein drei Meter hohes Netz beinahe gefangen und geworfen werden darf, eher der allgemeinen Gewinnspielsucht, statt Sportbegeisterung geschuldet ist, wunderte mich das auch nicht mehr. Bei den Ecua-Volleyballspielen geht es selbst in den ärmsten Dörfern um 10 Dollar pro Kopf. Nicht selten sind aber weitaus höhere Summen im Spiel. Dementsprechende ehrgeizig wird auch gespielt.

Den Abend verbrachten wir mit Trinkspielen in der Billardkneipe, in der wir auch schon vor der Gemeindehallenparty unsere Zeit verbracht haben.

Unter der Woche schrieb ich an meiner Magisterarbeit, führte mein erstes Interview mit einem Professor, der sich auf lateinamerikanische Integration spezialisiert hat und unterrichtete wieder im Amazonas. Dieses Mal allerdings nur einen Tag, weil mir der Programmkoordinator am zweiten Tag das Folgeprogramm zeigen wollte. Dabei wird den Absolventen ein Preisgeld von 1000 Dollar für das beste Start-Up-Projekt angeboten. Sie haben in den nächsten zwei Monaten Zeit, beispielsweise Konzepte für eine Snack-Bar, ein touristisches Sportfischunternehmen oder einen Hektar Agrarnutzfläche zu entwerfen. Es wird sicher sehr spannend, zu beobachten, wie sich die Projekte entwickeln.

Unabhängigkeitstag in Guayaquil

Donnerstagabend wartete ich dann am Drogenkontrollpunkt im Amazonas auf den Bus Richtung Quito, von wo es dann weiter nach Guayaquil und an den Strand ging. Während ich an der Kontrolle wartete, die verhindern soll, dass FARC-Drogen in Richtung Quito und Küste gelangen, überlegte ich mir, ob ich mich aufgrund der massiven Maschinengewehrpräsenz sicherer oder unsicherer fühlen sollte. Aber zumindest war die Warterei dank der Drogenkontrollen nicht langweilig. 


In Quito traf ich dann den Rest meiner schon eingespielten Reisegruppe. Wir hatten uns entschlossen, in einen Fischerort zu fahren, der nicht im Reiseführer stand. Dort angekommen gab es zwar Hostels, aber diese waren entweder voll oder überteuert. Außerdem war der Ort zwar spannend, aber baden hätte man im versifften Hafen eher nicht können. Somit fuhren wir zurück in den Touristenort Playas und machten uns dort einen gemütlichen Strandtag mit Fisch, Hummer und Bier.



Am nächsten Morgen fuhren wir dann weiter nach Guayaquil, um den 190. Jahrestag der Unabhängigkeit der größten Stadt Ecuadors zu feiern. Am Mittag feierten die Guayas ihre Unabhängigkeit mit einer Parade, die im Wesentlichen nur aus Cheerleadern und Marschkapellen bestand. 


Im Anschluss schauten wir uns ein vom Reiseführer als Potemkinsches Dorf bezeichnetes renoviertes Barrio an. Nach den Höhepunkten der Unabhängigkeitsfeiern, einem Feuerwerk und einem Konzert, kehrten wir in das zu diesem Zeitpunkt extrem überfüllte Barrio zurück. Wieder einmal wurde mir sehr anschaulich demonstriert, dass persönlicher Raum in Ecuador anders definiert wird als in Deutschland. Und so musste ich mich nicht wirklich viel bewegen, sondern wurde eher die Treppe nach oben geschoben, auch wenn es gerade keinen Anlass zu drängeln gab.
Überraschenderweise wurden im Barrio die Vorschriften über die Höchstzahl an Gästen eingehalten, so dass wir kein Lokal fanden, dass uns Einlass gewährte. Wir zogen deshalb weiter in die Zona Rosa und in eine Bar, in der eine weniger talentierte Sängerin, ein weniger zahlreich erschienenes Publikum zu unterhalten versuchte.





Sonntags besuchten wir den Parque Simon Bolivar, in dem Iguanas leben. 







Kurz darauf saßen wir auch schon wieder im Bus und schwitzten uns zurück in die kühlen Berge.






Nachdem ich mich mit meinem Professor endlich auf eine Hypothese meiner Magisterarbeit geeinigt hatte, fuhr ich wieder in den Amazonas, um zu unterrichten. Und nachdem ich befürchtet hatte, dass sich langsam Normalität in meinem Leben breit machen würde, wurde ich den ganzen Tag wieder daran erinnert, dass ich in einem Entwicklungsland bin. Zuerst kam ich zu spät zum Unterricht, da der Bus aus unerfindlichen Gründen wesentlich länger brauchte als in den letzten Wochen. Da der Unterricht hier allerdings nie pünktlich beginnt, war das kein Problem. Geplant war, Verben und ihre Vergangenheitsformen zu üben. 
Da allerdings nur eines der Lichter im Klassenzimmer funktionierte und damit, ausnahmsweise nicht wegen meiner schlechten Handschrift, keiner lesen konnte, was ich an die Tafel schrieb, musste ich improvisieren. Und so erzählte ich im Kerzenschein meine Lebensgeschichte auf englisch und fragte sie anschließend, wie viel sie verstanden hatten. Im Anschluss fehlte dann der Pick-Up, der uns normalerweise zurück in den Ort bringt, wo ich untergebracht bin. Wir nahmen also den Bus Richtung Quito bis zur nächsten Kreuzung. Von dort machten wir uns auf den fünf Kilometer langen Fußmarsch Richtung Baeza, vor dem uns glücklicherweise ein vorbeikommender Pick-Up nach dem ersten Kilometer erlöste. Zuhause angekommen, stellten wir fest, das mein Zimmer abgeschlossen war und da das Zimmer nicht ihm gehört, hatte David auch keinen Schlüssel. Somit teilten wir uns sein 80 Zentimeter breites Bett für eine Nacht.

Nach einer Nacht, die nicht gerade als die erholsamste in meiner Biografie erscheinen wird, traf ich mich früh am Morgen mit einem meiner Schüler, der mir einen Wasserfall zeigen und Englisch mit mir üben wollte. Luis ist 25, ist seit vier Jahren verheiratet und hat zwei Söhne. Er ist überzeugter Anhänger des Präsidenten Correa und fuhr deshalb am Chaos-Donnerstag nach Quito, um in den Straßen die „Bürgerliche Revolution“ zu verteidigen. Das wusste ich bis dahin, später erfuhr ich allerdings noch wesentlich mehr.
Auf seinem Motorrad machten wir uns auf den Weg zu einem sehr untouristischen Wasserfall. Aber beim bloßen Anschauen sollte es nicht bleiben und so rächte sich später noch die Tatsache, dass ich nicht für mehrere Tage oder einen Trekkingausflug gepackt hatte und aufgrund der für den Abend geplanten Rückkehr nach Quito mein Handy, meine Kamera, meinen MP3-Player und mein Netbook dabei hatte.
Am sehr zahmen „Rio Loco“ machten wir das nächste Mal Halt. Luis versteckte sein Motorrad und wir begannen den Fluß entlang zu laufen. Es wurde immer schwieriger, mich und meinen Rucksack trocken zu halten. 



Nachdem der mit Luis befreundete Besitzer des Grundstücks uns eingeholt und wir eingesehen hatten, dass es nicht trocken weiter gehen würde, ließen wir den Großteil unseres Gepäcks zurück, um mit einem Seil und Stämmen den Fluß zu überqueren. Aus Ermangelung einer Tüte zweckentfremdete ich ein Kondom für meine Kamera und hoffte auf mein Glück des Dummen. 




Im Anschluss kletterten, rutschten und schwammen wir bis zu einem Wasserfall, den Luis Freund, der auf den Spitznamen „Mario Loco“ hört, als „Naturrutsche“ bezeichnet. In einer Verengung des Flusses rutscht man entlang, bis man mit dem Wasserfall vier Meter in die Tiefe stürzt. Dafür allein hatte sich die Kletterei gelohnt.

Nachdem wir und meine Kamera den Abstieg überlebt hatten, lud uns Mario zum Mittagessen ein und ich kam hoffentlich zum ersten und letzten Mal in den Genuss von Schweinehaut. 
Im Anschluss zeigte mir Luis sein Zuhause. Zusätzlich zum Englischunterricht, den er am Wochenende gibt, hat er dort eine kleine Hühnerfarm aufgebaut, mit der er sich 250 Dollar im Monat dazu verdient. 
Den ganzen Tag hatten wir über das Leben und die Politik in Ecuador diskutiert, jetzt erzählte er mir mehr seiner eigenen Geschichte. Mit 14 Jahren ging er mit seinem Bruder nach Kolumbien, um sich der Rebellengruppe FARC anzuschließen. Vier Jahre pflückte er dort Kokablätter, bis er den doch eher am eigenen Gewinn als der Sache interessierten Guerrilleros entidealisiert den Rücken kehrte. Im Anschluss lebte er in Quito und musste dort schließlich in eine Entzugsklinik, da er kokainabhängig geworden war. Mit 21 heiratete er seine zwei Jahre jüngere Frau und es kehrte Ruhe in sein Leben ein.

Mittlerweile habe ich unzählige Einladungen, mir die verschiedenen Tätigkeiten meiner Schüler anzuschauen, Aber zunächst lasse ich mir von Jorge Luis mehr vom Süden Quitos zeigen. Damit ist auch nach sechs Wochen noch keine Spur von Alltag zu erkennen.


Entonces hasta la próxima!

Erkenntnisse der fünften und sechsten Woche:

- 40 Schüler mit Handschlag oder Wangenkuss zu begrüßen dauert seine Zeit
- der nächste Strandausflug geht an einen schöneren Strand
- chinesisches Essen ist hier so authentisch, dass es sogar dem Singapur-Chinesen schmeckt
- für Guayaquil reichen 24 Stunden
- abergläubisch-religiöse Straßenfeste sind spannender als Unabhängigkeitstage 
- in Ecuador scheinen die Indio-Musikgruppen auszugehen, so dass sie diese aus Deutschland importieren müssen
- auch lange Busfahrten gehen vorbei
- Iguanas sind extrem entspannt
- ich bin immer noch in einem Entwicklungsland
- Kondome sind auch wasserdicht
- Schweinehaut schmeckt, wie es sich anhört
- Dinge gehen hier einfach schneller kaputt: es ist keine drei Wochen her, dass, wegen eines tödlichen Unfalls, über die Hauptstrasse vor der Uni ein sehr gepflegter Fußgängerüberweg gebaut wurde, der jetzt schon wieder ausschaut, als wäre er nie neu gewesen 




Freitag, 1. Oktober 2010

Ausnahmewoche!


Turbulenter kann eine Woche kaum sein. Und wer weiß, ob es die „Reinigung“ der Hexen auf dem Straßenfest „Mamá Negra“ war, aber das Wochenende und die folgende Woche unterschieden sich sehr deutlich...

Betrunken für die Schutzheilige

Jedes Jahr Ende September wird in Latacunga, zwei Stunden südlich von Quito, das Fest der Mamá Negra gefeiert. Ursprünglich war dies ein ausschließlich religiöses Fest zu Ehren der Schutzheiligen „Virgen de la Mercedes“. Die Bewohner Latacungas danken der Jungfrau alljährlich dafür, dass sie die Stadt vor dem nahegelegenen Vulkan Cotopaxi beschützt. Dass die Stadt dreimal der Wut des Vulkans zum Opfer fiel, wird dabei geflissentlich ignoriert. Der Legende nach hatte ein Priester zu wenig Essen und Trinken zur Verfügung gestellt und wurde deshalb nachts von der Mamá Negra, also der Schwarzen Mutter, heimgesucht. Seither gibt es auch als Mamá Negra verkleidete Teilnehmer bei den Straßenumzügen.

Nachdem Rachel glücklicherweise über das Festival in ihrem Reiseführer gelesen hatte, machte ich mich gemeinsam mit fünf anderen Austauschstudenten am Freitagnachmittag auf den Weg, um frühzeitig am Samstagmorgen mit den Einheimischen feiern zu können. Bereits am Freitagabend bekamen wir noch das Ende des Zuges mit. Im Anschluss gingen wir in die beste Disko der Stadt, die sowohl von der Qualität der Musik, als auch von der Besucherzahl sehr stark an die Dorfdisko in meiner Heimat erinnerte.
Am Samstagmorgen war erst einmal nichts von einem Straßenfest zu sehen, aber da auch Markttag war, gab es trotzdem eine Menge spannender Dinge zu sehen. Interessant waren vor allem, die unterschiedlichen Verhaltensweisen der multikulturellen Gruppe, mit der ich unterwegs war.

Daniel, ein chinesischstämmige Singapurer, ist gerade dabei Gewicht zuzulegen und hat sicher großen Anteil daran, falls demnächst viele Kinder von Straßenverkäuferinnen auf die Universität gehen können. Muni, eine muslimische Singapurerin, trinkt zwar Alkohol, verzichtet aber auf Schweinefleisch. Und Enbar, eine Israeli, hatte nicht nur Schwierigkeiten halbwegs koscher zu essen, sondern hatte sich in La Paz so dermaßen den Magen verdorben, dass ihre Einstellung zu Straßenständen zwischen gesunder Vorsicht und Paranoia schwankte. Am spannendsten war es allerdings Ricardo, einen US-Amerikaner mexikanischer Abstammung, zu beobachten. Er probierte vom lebendigen Wurm mit angeblich heilender Wirkung, über Schweineschwanz bis zum Schweineuterus alles, was ihm angeboten wurde. Nebenbei verwickelte er die Marktfrauen in lange Gespräche oder ließ sich die verschiedenen zum Verkauf stehenden Fischarten erklären.
Aus einem dieser Gespräche erfuhren wir leider auch, dass der Samstag der Ruhetag der Mamá Negra ist und erst am Sonntag wieder Umzüge seien. Da einige wichtige Dinge für die Universität zu erledigen hatten und Muni sich mit anderen Freunden in Quito verabredet hatte, um in ihren Geburtstag reinzufeiern, blieben nur Ricardo und ich noch eine weitere Nacht.

Nach einer von billigem Bier geprägten Nacht waren wir am nächsten Morgen relativ pünktlich am Straßenrand.




Der Umzug besteht aus tanzenden Folkloregruppen, Blaskapellen, die alle nur zwei Lieder kannten und den „Ashangueros“. Diese tragen ein mit gerösteten Meerschweinchen, Hühnchen, Schnapsflaschen und Zigaretten verziertes, geröstetes Schwein auf dem Rücken. Damit sie diesen Kraftakt überstehen, werden sie von Handlangern mit Schnaps versorgt und können ihr schweres Gepäck alle zehn bis 15 Meter auf einem Tisch abstellen.





Begleitet werden alle Gruppen von Kindern, Frauen und Männern, die den Zuschauern alkoholische Getränke einflößen. Bevorzugte Opfer sind Touristen. Da wir die morgendliche Parade hauptsächlich vom Frühstück auf dem Markt verfolgten, kam ich beim Umzug am Morgen noch relativ ungeschoren davon.



Zum Mittagessen probierte ich dann zum ersten Mal das weltberühmte Meerschweinchen. Es schmeckt wie fischiges Hühnchen, also eine spannende Erfahrung, aber nochmal muss nicht unbedingt sein. Ricardo genügte die Exotik des Tieres mal wieder nicht und er aß auch Zunge und Augen. Ich dachte zwar, ich wäre relativ abenteuerlustig beim Essen, aber bei den Abartigkeiten, die Ricardo so probiert, muss ich dann leider passen.

Zum Umzug am Nachmittag kehrten dann auch Daniel und Muni aus Quito zurück. Als Chinese verträgt Daniel nicht sonderlich viel und wird nach ein-zwei Bier bereits schläfrig. Dies und die Tatsache, dass er gute Fotos aus der ersten Reihe machen wollte, rächte sich sehr schnell. Nach kürzester Zeit war er dermaßen abgefüllt, dass wir ihn später zum Bus stützen mussten und er die komplette Rückfahrt schlief.
Nachdem ich mich zu Beginn des Umzugs eher im Hintergrund gehalten hatte, wollte ich die letzte Viertelstunde dann noch von etwas weiter vorne sehen. Als einziger Gringo weit und breit, war das Ergebnis relativ absehbar: Nach zehn Minuten und jeglicher Art von Schnaps und fermentierten Getränken der Umzugsteilnehmer und süßem Ecua-Wein und Bier der umstehenden Zuschauer, ereilte mich zwar nicht das gleiche Schicksal wie Daniel, aber dennoch hatte ich gut einen sitzen. Der „Höhepunkt“ war die „Reinigung“ durch die Hexen, die mich zuerst mit Zweigen,Stöcken und Rauch traktierten, dann mit Schnaps bespuckten, um mir abschließend den hochprozentigen Aguardiente einzuflößen.

Die Reinigung scheint jedoch funktioniert zu haben, denn nach dem Sündenwochenende machte ich mich auf ins Amazonasgebiet, um etwas Sinnvolleres zu tun.

It´s my life im grünen Paradies


Zwei Stunden sind es mit dem Bus von der Universität in Cumbaya nach Baeza im beginnenden Amazonasgebiet. Die Straße schlängelt sich von 2800 Metern zwischen zwei Nationalparks auf 1500 m. Und dementsprechend atemberaubend ist die Landschaft: Von exotischen Pflanzen überwucherte Hügel und Berge; Vulkane; Flüsse und Wasserfälle, die das Wasser der Anden bis zum entfernten Amazonas tragen. In Baeza war ich im Haus des Betreuers und bisherigen Englischlehrers untergebracht. David war vor zwei Jahren noch im Beratungsstab des Umweltministeriums, da er allerdings nicht mit der Informationspolitik während der Grenzstreitigkeiten mit Kolumbien einverstanden war, verließ er die Regierung Correas. Kurz zu den Hintergründen: 2008 hatte das kolumbianische Militär einen Angriff auf einen hohen FARC-Guerrillero auf ecuadorianischem Grenzgebiet verübt. Zu Recht empörte sich Ecuador damals über die Verletzung seiner Souveränität. Die Tatsache, die David zum Rücktritt veranlasste, war dass große Teile dieser Empörung inszeniert waren. Im Gegensatz zu öffentlichen Aussagen, habe die ecuadorianische Regierung sehr gut über die Aktivitäten der FARC im ecuadorianisch-kolumbianischen Grenzgebiet Bescheid gewusst.

Der Unterricht findet in San Francisco de Borja statt. Von Baeza fährt man zehn Kilometer entlang der Trans-Ecuatoriana. Die Trans-Ecuatoriana ist eine Pipeline, die das Öl aus dem Osten des Landes an die Küste transportiert. Seit der Konstruktion in den sechziger Jahren hat es unzählige Lecks gegeben und große Teile des Regenwaldes wurden dabei zerstört.

Neben dem bereits relativ harten Alltag gehen die ungefähr 40 „Schüler“ im Alter von 14 bis 47 jeden Abend von fünf bis neun in den Zusatzunterricht. Einige studieren in Quito oder der nächstgelegenen Stadt El Chaco, andere gehen noch zur Schule, aber ein Großteil ist täglich damit beschäftigt sich selbst oder ihre Familie zu ernähren. Viele arbeiten auf Fincas, das heißt sie ernten Obst oder Gemüse, einige sind Touristenführer oder Handwerker. Viele, in meinem Alter, haben bereits mehrere Kinder. Fünfzig Prozent haben noch nie das Meer gesehen, das mit dem Bus in sieben Stunden zu erreichen ist. Schlussendlich, die meisten haben einen Lebenshorizont, der sich von allen Personen, mit denen ich bisher engeren Kontakt hatte, drastisch unterscheidet.

Am ersten Tag hatte ich nur eine halbe Stunde Zeit, um ein wenig herauszufinden, wie es um die Englischkenntnisse bestellt ist. Die restlichen dreieinhalb Stunden probten Jungs und Mädels getrennt ein letztes Mal ihre Choreographien für ein Video, das am Ende des Tages gedreht wurde. Die Jungs hatten ein kitschiges Boyband-Lied ausgewählt und die Mädels hatten sich für das noch kitschigere „My heart will go on“ entschieden. Schön war allerdings der Enthusiasmus und die Kreativität mit dem sie bei der Sache waren. Das derzeitige Lieblingslied aller ist „It´s my life“ von Bon Jovi, zu dem sie in der von ecuadorianischen Volkshelden und dem obligatorischen Che-Gemälde gesäumten Schulaula im Anschluss durchdrehten.

Nach dem Unterricht fuhren wir jeden Abend mit 10-15 Personen in und auf der Ladefläche eines Pick-Ups zurück nach Baeza. Dass manchmal zehn Personen auf der Ladefläche sitzen, stört den Fahrer eher weniger und 70 km/h fühlen sich dort etwas anders an als im Wageninneren. Bei Regen müssen die beiden Personen, die hinten links und rechts sitzen, eine Plane festhalten, um die andere Passagiere trocken zu halten.

Am zweiten Tag begann ich dann mit dem richtigen Unterricht. Um das bisher gelernte zu wiederholen und wiederum den Stand der Kenntnisse herauszufinden, ließ ich sie Dialoge verfassen. Das realistischste Szenario für die große Mehrzahl der Leute ist ein Gespräch mit einem Touristen. Auch wenn manche sehr große Schwierigkeiten haben, war ich extrem begeistert von der großen Kreativität der Dialoge.

Am dritten Tag hatte ich mich mit David darauf verständigt, Fußballvokabeln zu üben. Zunächst besprachen wir im Klassenzimmer die Vokabeln, die man beim Fußball braucht. Dabei musste ich erst einmal erklären, dass es football und nicht soccer heißt. Denn nur weil die Amis nicht spielen können, heißt das noch lange nicht, dass sie ihre eigenen Wörter für den schönsten Sport der Welt erfinden dürfen. Dank der weltweiten Presseaufmerksamkeit, war die Vokabel „dead octupus“ ebenfalls unerlässlich. Den Rest des Abends spielten wir Fußball, um die gelernten Begriffe anzuwenden.

Beim Feierabendbier klärte mich David über die Erdölexploration im ecuadorianischen Regenwald auf. Und nach dieser etwas ernüchternden Prognose über den „Schutz“ des Yasuni-Gebietes kann ich das Zögern Dirk Niebels, die Gelder zu genehmigen, leider etwas besser verstehen.

Wie spannend der Donnerstag werden würde,ahnte ich beim Aufstehen noch nicht. Eigentlich war geplant, nachts nach Quito zurückzufahren. Doch aufgrund eines Gesetzesentwurfs, der gewisse Privilegien der Polizei und des Militärs einschränkt, streikte und protestierte die Polizei im ganzen Land. In einem Land, dass sowieso schon recht gefährlich ist, eine dramatische Aktion. Im ganzen Land wurden Banken ausgeraubt und Menschen auf offener Straße überfallen. Im Laufe des Tages radikalisierten sich die Proteste. Correa zeigte sich mal wieder als großer Populist und rief die Demonstranten bei einer Rede dazu auf, ihn zu töten, wenn sie wollten, er werde keinen Schritt zurückweichen. Die Bundesstraßen nach Quito waren blockiert, die Flughäfen wurden geschlossen und in Quito lieferten sich protestierende Polizisten Straßenschlachten mit Anhängern des Präsidenten und attackierten diesen selbst. Am frühen Nachmittag machte der Präsident den großen Fehler, wie geplant zur Nachuntersuchung einer Operation in ein Polizeikrankenhaus zu gehen. Dort wurde er anschließend festgehalten. Der Ausnahmezustand wurde ausgerufen. Bei der nächtlichen Befreiungsaktion wurde ein Polizist getötet.

Nachrichten schauen, fühlt sich anders an, wenn man davon betroffen ist. Nachdem das Land in den vergangenen 15 Jahren, drei gewaltsame Putsche durchgemacht hat, waren natürlich alle sehr gespannt. Eigentlich war ich mit einem Schüler eineinhalb Stunden vor Unterrichtsbeginn verabredet, um englisch zu üben. Doch als Mitglied der Revolutionären Jugend Ecuadors hatte er dann Besseres zu tun. Wo und wie er die Revolution verteidigte, weiß ich bisher noch nicht. Da das Amazonasgebiet enorm friedlich ist, machten wir ganz normalen Unterricht, mit dem kleinen Unterschied, dass ich komplett verstehen konnte, dass einige lieber Radio hörten als dem Unterricht zu folgen. Für sie ist das ganze allerdings eher eine spannende Radiosendung, denn sowohl im Guten und im Schlechten sind sie von der Politik der Hauptstadt nur sehr gering betroffen.

Am nächsten Tag stabilisierte sich die Situation und wir konnten nach Quito zurückkehren. Der Ausnahmezustand gilt allerdings weiterhin und Unterricht findet momentan nicht statt.

Was für eine Woche!!!!

Das Wochenende war großartig, die Arbeit mit den Jungs und Mädels macht sehr viel Spaß, da sie extrem motiviert und trotz Alltagssorgen sehr lebensfroh sind. Außerdem wurde ich von Anfang an, sehr freundlich aufgenommen. Ich freue mich sehr darauf, ab jetzt jede Woche zurückzukommen und dabei auch den Vorteil zu nutzen, dass meine Schüler als Touristenführer in einer traumhaften Landschaft arbeiten!

Auch wenn ich die oberste Journalistenpflicht verletzt habe und nicht am Ort des Geschehens war, bin ich ganz froh, dass ich das Treiben in Quito aus sicherer Entfernung verfolgen konnte. Spannend bleibt es auf jeden Fall und vermutlich ist das auch genau der Grund, weswegen ich meine Magisterarbeit hier schreibe und nicht in München in der Bibliothek sitze.


Entonces, hasta la próxima!

Erkenntnisse der vierten Woche:
- ich bin beim Essen weniger abenteuerlustig als gedacht
- wenn man einen Schweineschwanz ist, kann man die Haare auf der Zunge spüren
- Meerschweinchen schmeckt wie fischiges Hühnchen
- auch in Ecuador gibt es ein „Martinique“
- Straßenumzüge sind einfach in jedem Land eine großartige Angelegenheit
- Gringo sein, hat auch Vorteile
- betrunkene Chinesen sind witzig
- je weniger, die Menschen haben, desto lebensfroher scheinen sie zu sein
- ich bin trotzdem froh, dass ich noch kein Kind habe
- es ist gut, dass ich mit meiner Sauklaue nicht Lehrer werde
- 70 km/h sind gar nicht so langsam, wenn man nicht im Auto sitzt
- was trocken eine relativ witzige Angelegenheit ist, ist bei Regen nicht mehr ganz so witzig
- es ist gut, dass Polizisten in Deutschland Streikverbot haben
- Ausnahmezustand hört sich cooler an als es ist